Wertschätzung und Selbstmarketing

VIVID Magazin - No 2 2019

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Mit der Excellence AG treibt Vera Calasan die Digitalisierung an.
Die erfolgreiche Unternehmerin beschäftigt Ingenieure und
Fachkräfte für die Industrie 4.0.


TEXT KAROLINA LANDOWSKI ____

 

Auf ihrem Schreibtisch steht immer ein Glas
Wasser. Denn Vera Calasan hat einen gesunden Durst. Nach Wasser, nach Wissen und nach Vernetzung. Die Vorstandsvorsitzende der Excellence AG – German Engineering stellt der Industrie wertvolles Know-how zur Verfügung: Projektbezogene Ingenieure für das Internet der Dinge. Calasan ist eine Führungskraft mit 20 Jahren fundierter Management-Erfahrung. Sie führte bereits Start-ups, Mittelständler und Konzerngesellschaften zum Erfolg. Als CEO eines amerikanischen Konzerns in Deutschland verantwortete sie mehr als 600 Millionen Euro Umsatz und 22.000 Mitarbeiter. Calasan hat Aufsichtsratserfahrung in Joint-Venture-Organisationen mit DAX-Konzernen und sitzt im Global Advisory Board der University of Chicago. Sie ist ein Powerpaket und ein Personalprofi, der den Wert des Menschen in der Wirtschaft tagtäglich schätzt. „Das Erste, was ich mache, wenn ich ins Büro komme, ist, meine Mitarbeiter zu begrüßen“, sagt Vera Calasan. Kollegen schätzen ihren persönlichen Umgang, „weil sie Menschen mag und sich ehrlich interessiert, was sie bewegt“. Zuverlässigkeit und das Managen der Erwartungshaltung ist für eine Führungskraft wie sie exorbitant wichtig, ihre Maxime ist einfach wie prägnant: Sag, was du tust, und tu, was du sagst. Das Geheimnis hinter ihrer Karriere? „Jedem Menschen mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Egal ob Kollege, Dienstleister, Geschäftspartner oder Kunde. Wenn man sich so verhält, kann man sein ganzes Leben auf ein Netzwerk zurückgreifen“, weiß die Topmanagerin und rät jungen Karrieristinnen, sich intensiver auszutauschen: „Frauen sprechen weniger
darüber, was sie tun, als Männer. Sie glauben weniger an Show und mehr an Leistung. Deswegen müssen sie sich oft mehr anstrengen als männliche Kollegen“. Positionierung sei das A und O im Business. „Mehr Selbstmarketing würde vielen gut zu Gesicht stehen“, sagt Calasan und ermutigt andere Frauen, sich mehr zu zeigen, nach außen zu gehen, selbstbewusster aufzutreten.

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„WENN ICH MIR ZIELE SETZE, VERFOLGE ICH DIESE AUCH.“


Ihre Entschlossenheit hat Vera Calasan sehr weit gebracht. „Ich bin mutig, neue Dinge anzugehen, Fehler zu machen, mit Menschen Klartext zu sprechen“, sagt sie von sich. Ihre Eltern sind in den 60ern von Montenegro nach Deutschland migriert. Dieser Mut hat Calasan stark geprägt. Ihr Role Model ist bis heute ihre Mutter, früh berufstätig mit vier Kindern. Bereits im Sandkasten wollte Vera Calasan Chefin werden. Statt Burgen hat sie dort Schreibmaschinen gebaut und mit anderen Kindern „Büro“ gespielt – mit ihr an der Spitze. Sie ist eine geborene Führungskraft, charmant, charismatisch und zielstrebig. „Wenn ich mir Ziele setze, verfolge ich diese auch. Wenn ich unterwegs merke, dass der Weg nicht der richtige ist, dann verlasse ich ihn auch“, sagt die engagierte Businessfrau. Da habe sie die amerikanische Unternehmenskultur geprägt. Ihr erster Arbeitgeber: Ein Hi-Fi-Start-Up, bei dem sie für die komplette kaufmännische Organisation zuständig war. Von der technischen Entwicklung über Verhandlungen mit Partnern in Taiwan bis zum Vertrieb wurde der komplette Produktzyklus intern gesteuert. „Das war die prägendste Zeit, in der ich am meisten gelernt habe“, sagt Calasan rückblickend. Die bewegendste Zeit war, als sie parallel zum Job den internationalen MBA gemacht hat – und dabei an ihre physischen Grenzen gestoßen ist. Fulltime-Job im Management und parallel ein Studienprogramm über zwei Jahre und drei Kontinente. Calasan besuchte einmal im Monat Elite-Universitäten in Singapur, Chicago und London.

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Das Tempo und die Menge an Informationen waren kaum fassbar. „Da lernt man schnell, sich zu fokussieren“, betont Vera Calasan. Plötzlich konnte sie einen über 100 Seiten langen Business Case in einer Stunde durcharbeiten. Ihr größtes Learning: noch weniger Angst vor großen Aufgaben. „Ich konnte das Handwerkszeug erlernen, um im Management nicht nur bestehen, sondern brillieren zu können“, beschreibt Calasan ihre Entwicklung. Ein Jahr nach Abschluss kam der US-Personalvermittlungs-Konzern Manpower auf sie zu und machte sie zum Vorstand der Geschäftsführung. Und dabei kam ihr der MBA zugute. Auf einmal musste die mittelstandserfahrene Managerin im Tagesgeschäft blitzschnell entscheiden, ob eine Investition von 3 Mio. oder 4 Mio. Sinn macht oder nicht.


„HUMANKAPITAL IN DER DIGITALISIERUNG IST KNAPP.“


2013 kam dann der Schritt zum eigenen Unternehmen. Die Excellence AG liegt fußläufig zum Düsseldorfer Flughafen, verfügt über elf Standorte in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Kernkompetenz des Unternehmens ist der branchen- und länderübergreifende Know-how-Transfer für das Internet der Dinge, um die industrielle Digitalisierung voranzutreiben. Automotive macht rund 50 Prozent ihrer Kundschaft aus. „Ich hatte die Vision, ein Unternehmen zu gründen, das personalbezogene

Antworten auf die Digitalisierung findet“, sagt Calasan. Die größten Herausforderungen dafür liegen in der Infrastruktur und den Skills. Unternehmen hätten enorme Schwierigkeiten, Mitarbeiter mit passendem Know-how für neue Themen und Projekte der Digitalisierung zu rekrutieren. Alle beschäftigten sich zur gleichen Zeit damit. „Humankapital in der Digitalisierung ist knapp. Wir aber haben es!“, sagt Calasan selbstbewusst. Vernetzung setze Vertrauen voraus – in Prozesse, in Projekte und die geraumen Datenmengen, die überall verbreitet werden. Der Vertrauensvorschuss, so Calasan, sei in den USA und China größer und die Infrastruktur weiter: „Da wird nicht erst über 5G diskutiert!“ Daten sind die Währung der Zukunft und bestimmen bereits heute über den Wert eines Unternehmens. Um zukunftsfähig zu bleiben, müssten Unternehmen sich heute wie damals an die Marktgegebenheiten anpassen und wissen, was übermorgen passiert. Anders als damals ist die extrem hohe Geschwindigkeit und der Takt, in dem Veränderungen stattfinden. Für die Digitalisierungs-Expertin Vera Calasan schlummern hier die Gefahren: „Mit diesen Veränderungen müssen wir umgehen können, sonst verlieren wir die Agilität und damit die Marktpräsenz.“ •

 

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